Grüße an die Oma

Von Uwe Müller

Vor einem Jahr bewegte das Schicksal von Katrin Reichert die OTZ-Leser. Die junge Mutti aus Gera bangt um ihre Kinder Stefanie und Alexander. Das Amtsgericht Bad Neustadt hatte im Scheidungskrieg die beiden dem Vater zugesprochen.
Zu Unrecht, wie Katrin Reichert findet. Denn das Gutachten zu Gunsten des Vaters sei parteiisch.Zahlreiche Geraer  glauben das ebenfalls und haben der Frau mit ihrer Unterschrift Mut zugesprochen. Das Amtsgericht Gera, von dem sich Frau Reichert eine faire Chance versprochen hatte, ist nicht zuständig, heißt es. Katrin Reichert lebt mit ihren Kindern in Gera. Sie musste allerdings untertauchen, weil sie befürchtet, dass die Polizei den Willen des bayerischen Amtsrichters vollstrecken könnte. So kommt es, dass drei Plätze am Tisch zum 80. Geburtstag der Oma heute frei bleiben werden. „Eigentlich sollte unsere Anwesenheit das größte Geschenk sein“, sagte Katrin Reichert in einem Telefonat mit der OTZ. So bleibt ihr die Zeitung als einzigerWeg, der Oma zum Jubiläum zu gratulieren. Mittlerweile stellt Frau Reichert Material zusammen, um ihr Schicksal auch im Internet bekannt zu machen. „Meinen Kindern kann ich das alles nicht mehr erklären“, sorgt sich die Mutti.