OTZ Hilferuf einer Mutter

 

OTZ,Freitag, 17. Dezember 1999
Von Uwe Müller

Während andere die Weihnachtsgeschenke im Kopf haben, geht es Katrin Reichert darum, ihre beiden Kinder kurz vor Weihnachten nicht zu vorlieren. Die Mutter verteilte gestern Nachmittag auf dem Geraer Weihnachtsmarkt und auf der Sorge Flugblätter an Passanten, um die Mitmenschen in ihrer Heimatstadt auf das Schicksal ihrer Familie aufmerksam zu machen.
Ein Gericht in Unterfranken hatte nach der Trennung die beiden Kinder dem Vater zugesprochen. Die 30-Jährige hegt den Verdacht, dass in den Auseinandersetzungen mit zweierlei Maß gemessen wurde, die Tatsachen und die Aussagen von anderen Menschen zu Gunsten der Mutter nicht gewürdigt wurden und hat umfangreiches Aktenmaterial gesammelt.
„Unser einziger Wunsch ist, keine Angst mehr vor der Trennung haben zu müssen, das Weihnachtsfest zusammen in Gera zu verbringen und wieder ganz normal leben zu können „, heißt es in dem Hilferuf der Frau. Der letzte Strohhalm für die Mutter und ihre Kinder ist, dass das Amtsgericht Gera sich des Falles annimmt.