603 Unterschriften sollen Katrin Reichert Mut geben

30-jährige Geraerin kämpft um ihre Kinder

Gera (OTZ/-um-). 603 Geraer haben Katrin Reichert mit ihrer Unterschrift Mut gegeben. Das ist das Ergebnis einer  Unterschriftensammlung  kurz vor Weihnachten vorm Stadtmuseum auf dem Zentralen Platz. Die 30-jährige Mutter aus Gera kämpft darum, dass ihre beiden vier und zwei Jahre alten Kinder bei ihr bleiben. Das Amtsgericht Bad Neustadt  (Saale) in Bayern hatte auf Grund eines umstrittenen Gutachtens veranlasst, dass der Thüringerin die Kinder  weggenommen werden (OTZ berichtete). Und das, obwohl das Jugendamt Gera bescheinigt, dass die Kinder bei ihrer  Mutter gut aufgehoben sind.
Am 23. Dezember, dem Tag vor Heiligabend, erschien gegen Abend tatsächlich eine  Gerichtsvollzieherin, um die beiden Kinder abzuholen. Doch Katrin Reichert und die Geschwister Alexander und Stefanie
waren nicht anzutreffen. Seit 27. Dezember hat der Amtsrichter aus Bad Neustadt angeordnet, dass die Kinder sogar unter Gewaltanwendung der Mutter weggenommen werden können.
Karin Hilbert, die Mutter von Katrin Reichert,  chickt die Unterschriftenlisten jetzt an Bundespräsident Rau, Bundesfamilienministerin Bergmann, Thüringens Ministerpräsident Vogel, Justizminister Birkmann und Sozialminister Pietzsch. „Unsere einzige Hoffnung ist, dass die Angelegenheit ans Amtsgericht Gera abgegeben wird. Katrin und ihre Kinder sollen eine faire Chance bekommen, die sie in Bayern nie hatten“, setzt sie große Erwartungen an die Politiker, besonders in Thüringen. Durch die Berichterstattung in der OTZ ist übrigens das ZDF-Frauenmagazin „Mona Lisa“ auf das Schicksal der Mutter und ihrer Kinder aufmerksam geworden. Die 30-jährige Geraerin äußerte sich dankbar über die Solidarität und Wärme, die sie von ihren Mitbürgern erfahren hat: „Ich hätte nie gedacht, dass die Bevölkerung, die Öffentlichkeit so hinter mir steht, mir Mut und Kraft zum  eiterkämpfen zuspricht“.