Eine junge Mutti erobert die Sympathien der Geraer 21.12.99

Katrin Reichert (rechts) kämpft um ihre Kinder, die fast dreijährige Stefanie und den vierjährigen Alexander. Am Stadtmuseum in Gera sammelte die junge Mutter gestern weiter Unterschriften. (Foto: OTZ/Müller)

Katrin Reichert kämpft um ihre Kinder Stefanie und Alexander und gegen fragwürdiges Urteil

Eine junge Mutti erobertdie Sympathien der Geraer Katrin Reichert kämpft um ihre Kinder Stefanie und Alexander und gegen fragwürdiges Urteil Gera (OTZ/-um-). Eine Mutter erobert sich in diesen Tagen die Sympathien vieler Geraer: Katrin Reichert kämpft um ihre Kinder Stefanie und Alexander.

Das Amtsgericht in Bad Neustadt hatte die beiden Kinder – das Mädchen nicht mal drei   Jahre alt, der Junge erst vier – dem Vater zugesprochen.

Seitdem lebt die 30-Jährige in der Angst, dass ihr die Kinder weggeholt werden (OTZ berichtete). Gestern trotzte die Mutter Wind und Kälte, um auf dem Zentralen Platz Unterschriften zu sammeln. Auf der vorweihnachtlichen Einkaufshatz zwischen Sorge und Arcaden verweilten zahlreiche Passanten am Stand von Katrin Reichert, um ihr Mut zu machen. Die beiden Kleinkinder wurden derweil von der Oma betreut, sollen so gut es geht nicht mit der komplizierten Lage belastet werden. „Wenigstens bis Mittwoch mache ich weiter“, gibt die Mutter nicht auf, obwohl es sie fröstelt,  wenn sie stundenlang in der Kälte ausharrt. 1700 Flugblätter sind verteilt. Katrin Reichert bleibt als einzige Hoffnung,  dass ihr Fall in Gera neu aufgerollt wird. Nurhier glaubt sie an eine gerechte Lösung. Mittlerweile hat sie eine ganze Reihe Adressen vonMüttern gesammelt, denen auf Grund fragwürdiger Gutachten von bayerischen Amtsrichtern ebenfalls die Kinder abgesprochen worden seien. Im Fall Katrin Reichert entschuldigt derGutachter die Schwächen des Vaters von  Stefanie und Alexander. Dagegen entsteht der Eindruck, dass die Mutter keine faire Chance hatte; Vieles, was für sie  spricht, wird in Zweifel gezogen. Mit Unterschriftenlisten an den Bundespräsidenten und Postkarten an die Bundesfamilienministerin will die gebürtige Geraerin auf ihr Schicksal aufmerksam machen